Wozu braucht man Blogs?
Patrick Breitenbach hat in der Blogdemokratie.de einen super Artikel verfasst, ob Firmen Blogs brauchen, oder besser gesagt, überhaupt nützlich führen können. Das ganze eher aus der Blogger Perspektive geschrieben, was mich dazu bringt, Mitmenschen zu zitieren: “Was - Du bloggst?”
Liebe Blogger mit Top Technoratie Ratings: Ja, es gibt Mitmenschen die einen Jung-Blogger anschauen als ob er jetzt nachts mit hochgeschlagenem Kragen in dunklen Stadtvierteln verschwindet.
“Das könnte man bloggen” - und der normale e-Mail genervte Online-Arbeiter schüttelt den Kopf, ahnend, dass da eine Technologie kommt die einem noch länger als heute an den Bildschirm fesselt. Wer aus dem Urlaub kommt und 500 Emails (ohne Spam) zu lesen hat weiss was ich meine.
Bloggen ist (noch) nicht Mainstream und jede Firma, die einen Blog plant muss sich wohl eingestehen, das ein Blog wohl weniger für die Masse sondern für eine Gruppe besonders verlinkter Menschen (größtenteils Blogger) gemacht wird. Oder täusche ich mich da - wo ist die Grenze zwischen Leser und Blogger?
Ok, dann stellen wir mal die Frage um: Wozu braucht man Firmen Blogs?
Als Ersatz für Werbung?
Wir wissen alle das Werbung nervt. Andererseits sind gute Werbespots der Renner bei YouTube und Sevenload.de und selbst Adsense Werbung wird zitiert. Also hat es doch alles mit Qualität zu tun, auch ein Blog muss also gut sein, kommunikativen Mehrwert bringen. Die Frage ist nur - was ist das?
Blogs als Ersatz von freundlichem Small Talk?
Das ist dann irgendwie eine Form von Kultur-Sponsoring. Man kann Konzerte sponsoren, Rennautos oder Sportler, doch was ist daran neu? In der Apotheke liegt die GesundheitPro - auch nur eine teure Form von Newsletter.
Die transparente Firma?
In der Blogspäre gibt es viel, aber keinen Wettbewerb, Wettbewerb um den Kunden. Alle brauchen einander und alle sind gut. Deshalb kann jeder die Karten auf den Tisch legen.
Eine Firma, die alle Interna auf eine Webseite hängt? Nur in den letzten Monaten ihrer Existenz. Dafür leben die Menschen schon zu lange und haben alles probiert, irgendwann in den letzten 100.000 Jahren bestimmt auch die volle Offenheit.
Das Sprachrohr für eine Community?
Wahrscheinlich der einzige Grund ein Firmen-Blog aufzusetzen, aber auch der komplizierteste. Ich glaube es ist so, als ob ein Astronaut das Raumschiff verlässt und sich mit seinen Düsen durch unendliches Vacuum steuert, mit einem Seil am Mutterschiff hängend. Eine Riesen-Chance für kleine Unternehmen, ein Raumstation-Projekt für große Firmen.
Wie lautet es im Abspann über den Kunden:
Macht man sich also die Mühe und spricht über ihre Interessen, dann gewinnt man am Ende auch ihre Sympathien. Ganz sicher.
Glaub ich auch.